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Saxenda

Mit Liraglutid, dem aktiven Wirkstoff der Injektionslösung Saxenda, wurde bisher Diabetes durch die Regulierung der Insulin-Ausschüttung behandelt. Seit einiger Zeit ist der Wirkstoff für die Behandlung von starkem Übergewicht und Adipositas zugelassen - in Kombination mit einer Ernährungsumstellung und gesteigerter, körperlicher Aktivität des Patienten. Ausgangspunkt ist ein BMI von mindestens 25.

Was ist Saxenda?

Saxenda ist eine rezeptpflichtige Injektionslösung, die einmal täglich beim Patienten angewendet wird. Dabei ist die Eigenanwendung durch den Betroffenen nach der einmaligen Einführung durch einen Gesundheitsexperten möglich. Saxenda muss als Injektionslösung angewendet werden, da der Wirkstoff bei einer oralen Einnahme im Körper zersetzt werden und nicht zu den gewünschten Effekten führen würde.

Bei Saxenda handelt es sich um ein Medikament mit dem Wirkstoff Liraglutid. Dieser wurde bisher zur Behandlung von Diabetes Mellitus eingesetzt, um bei einer hohen Blutzuckerkonzentration die Insulin-Ausschüttung zu stimulieren bzw. sie bei Unterzuckerung zu hemmen. Das künstliche Hormon ähnelt dem körpereigenen Hormon Inkretin, das für die Regulierung des Insulins zuständig ist, verbleibt aber länger im Körper.

Strukturformel Liraglutid

Da der Wirkstoff außerdem das Tempo der Magenentleerung verringert und das Sättigungsgefühl steigert, ist Liraglutid mittlerweile zur Behandlung von Adipositas im Einsatz. Unter dem Namen "Saxenda" wird es seit 2016 in Form von speziellen Injektionsstiften vertrieben.

Indikation

Ausgangspunkt für die Einnahme bzw. die Ausstellung des Rezeptes ist ein bestimmtes Körpergewicht. Entweder leidet der Patient an Adipositas (Grad I bis Grad III), welches mit einem Body-Maß-Index (BMI) von mindestens 30 einhergeht, oder der Anwender hat einen BMI von mindestens 25 ("Übergewicht"), leidet aber zusätzlich noch an Begleiterkrankungen wie Prädiabetes, Bluthochdruck oder einer Schlafapnoe (gefährliche Atemaussetzer während des Schlafens).

Saxenda ist für diese Patientengruppen in Ergänzung zu einer kalorienarmen Ernährung und vermehrter sportlicher Betätigung auf Rezept erhältlich. Während der Anwendung wird das Gewicht genau beobachtet: Hat Saxenda nach einer mehrwöchigen Behandlung mit 3 mg am Tag nicht zu einem Gewichtsverlust von mindestens 5 Prozent des ursprünglichen Gesamtkörpergewichts geführt, ist das Medikament in der Regel abzusetzen.

Wirkungsweise von Saxenda

Der aktive Wirkstoff im Medikament Saxenda ist Liraglutid. Dieser wurde aufgrund seiner blutzuckersenkenden und anti-diabetischen Wirkungsweise bislang zur Behandlung von Diabetes eingesetzt. Dabei entdeckte man dessen Wirkung als Appetitzügler. Die bekannten Effekte von Liraglutid lauten wie folgt:

  • Bildung von Insulin bei einer hohen Blutzuckerkonzentration
  • Verminderung einer Insulin-Ausschüttung bei einer Unterzuckerung
  • verlangsamte Magen-Entleerung in den Darm
  • Förderung der Sättigung durch Bindung an Rezeptoren & Ausschüttung von Orexin

Dabei sollte unbedingt beachtet werden, dass Saxenda keinesfalls zur gleichzeitigen Behandlung von Diabetes Typ 2 und Übergewicht genutzt werden sollte. Wird der Wirkstoff zur Behandlung von Übergewicht oder Adipositas angewendet, kann er dabei helfen den Appetit zu regulieren und so die zu sich genommenen Kalorien reduzieren. Dabei wirkt Liraglutid wie das körpereigene Peptid GLP-1, das für das Hungergefühl im Körper verantwortlich ist.

Zum einen wird die Entleerung des Magens in den Darm verhindert und zum anderen dockt der Wirkstoff an den Rezeptoren der sogenannten Area postrema im Gehirn an, die das Essverhalten beeinflussen. Es wird ein Sättigungsgefühl vorgetäuscht und die Nahrungsaufnahme gemindert. Bei Adipositas und starkem Übergewicht kann das Abnehmen so erleichtert werden.

Klinische Studien

Es gibt eine Reihe von klinischen Studien, die die Wirksamkeit hinsichtlich der Gewichtsreduktion überprüfen. Die wohl umfangreichste, europaweite Studie ist unter dem Namen SCALE bekannt. Die 3731 Teilnehmer mit einem BMI von über 30 (bzw. 27 oder höher bei einer Fettstoffwechselstörung oder Hypertonie) spritzen sich dabei über 56 Wochen täglich 3,0 mg Liraglutid oder ein Placebo.

62 Prozent der mit Liraglutid behandelten Patienten konnten einen Gewichtsverlust von mindestens 5 Prozent des Gesamtkörpergewichts erzielen. In der Testgruppe, welche ein Placebo erhielt, verringerten lediglich 34 Prozent der Teilnehmer ihr Gewicht in einem vergleichbaren Maß. Insgesamt verloren 92% der Liraglutrid-Gruppe Gewicht und 65% der Placebo-Gruppe.

Außerdem konnte belegt werden, dass das Risiko der Entstehung eines Typ 2 Diabetes bei starkem Übergewicht nach Behandlung mit Saxenda deutlich gesenkt werden konnte. Forscher der Universität von Liverpool folgten den Probanden der SCALE Studie 2 Jahre länger und kamen zu dem Ergebnis, dass nur 2% der mit Saxenda behandelten Patienten mit Übergewicht eine Diabeteserkrankung entwickelten, während diese bei 6% der Patienten in der Placebo-Gruppe diagnostiziert wurde.

Anwendung von Saxenda

Das Medikament wird in einem speziellen Injektionsstift verabreicht. Dieser wird vom Patienten oder der Person, welche die Injektion vornimmt, zunächst vorbereitet: Eine Nadel wird befestigt, die gewünschte Dosis eingestellt und die Flüssigkeit sorgfältig hinsichtlich ihrer Haltbarkeit geprüft. Typische Merkmale für eine injizierbare Flüssigkeit sind Freiheit von Partikeln, Farblosigkeit und Klarheit.

Injektionsstift Saxenda

Vor der ersten Injektion sollte ein Gesundheitsexperte (z.B. ein Krankenpfleger oder Arzthelfer) zu Rate gezogen werden. Dieser übernimmt die erste Anwendung und zeigt dem Patienten, wie beispielsweise unvollständig entleerte Injektionsstifte und andere Komplikationen vermieden werden. Außerdem gibt er Tipps, um eine geeignete Stelle zu finden. Achtung: Saxenda darf weder in Venen noch in Muskeln injiziert werden!

Es ist möglich, die Körperstelle der Injektion beliebig zu wechseln. Die Injektion kann an mehreren Stellen des Körpers vorgenommen werden:

  • in den Bauch
  • in den Oberschenkel
  • in den Oberarm

Der Zeitpunkt der Anwendung ist flexibel; lediglich einmal täglich sollte Saxenda verwendet werden. Die Uhrzeit kann frei bestimmt und bei Bedarf verändert sowie unabhängig von den Mahlzeiten injiziert werden. Sollte innerhalb von 12 Wochen nicht mindestens eine Gewichtsreduktion von 5% gegenüber des Ausgangsgewichts verzeichnet werden, ist die Behandlung abzusetzen.

Lagerung und Entsorgung

Die Lagerung eines noch ungeöffneten Injektionsstiftes sollte im Kühlschrank oder wahlweise in niedrig temperierten Räumen wie dem Keller erfolgen. Eine optimale Temperatur für die Lagerung liegt zwischen 2 und 8°C. Nach der ersten Anwendung ist die Aufbewahrung an einem Ort, der zwischen 15 und 30°C aufweist, möglich.

Nach der Injektion muss die Nadel umgehend entsorgt werden. Patienten dürfen ihre Nadeln aufgrund der möglichen Infektionsgefahr keinesfalls mit anderen Patienten teilen.

Dosierung von Saxenda

Saxenda ist als Injektionsstift mit verschiedenen Dosierungen erhältlich. Empfohlen wird allgemein eine Dosierung von 3mg pro Tag, jedoch nicht sofort zu Behandlungsbeginn. Über fünf Wochen hinweg wird die Dosis langsam gesteigert, was das Risiko des Auftretens gastroenterologischer Symptome wie Durchfall, Blähungen oder Verstopfung verringert.

In der Regel wird mit 0,6 mg in der ersten Woche begonnen. In der zweiten Woche wird auf 1,2 mg verdoppelt, während in der dritten Einnahmewoche 1,8 mg empfohlen werden. In Woche vier sind es 2,4 mg, ab Woche fünf die erzielten 3 mg pro Tag. Vertragen Patienten die Dosissteigerung in diesem Intervall nicht, kann diese langsamer erfolgen. So nehmen betroffene Anwender beispielsweise in Woche zwei und drei 1,2 mg an und steigern erst dann die Dosis auf 1,8 mg usw.

Jeder Pen enthält 3mg Lösung, kann aber individuell vor dem Spritzen auf die gewünschte Dosierungsstufe (0,6 mg; 1,2 mg; 1,8 mg; 2,4 mg und 3 mg) eingestellt werden.

Vergessene Tagesdosis

Wenn eine Dosis vergessen wurde, darf diese nicht einfach am nächsten Tag nachgeholt werden. Patienten fahren in diesem Fall mit der Dosis fort, die in der aktuellen Woche injiziert werden soll. Wurden mehrfach Injektionen vergessen und liegen drei Tage seit der letzten Anwendung zurück, sollte Saxenda wieder herunterdosiert werden. Die ursprüngliche Anfangsdosis aus der ersten Woche (üblicherweise 0,6 mg am Tag) wird wieder vergeben. Die Steigerung der Dosierung erfolgt dann wie beschrieben.

Nebenwirkungen von Saxenda

Die häufigsten Nebenwirkungen von Saxenda betreffen den Magen-Darm-Trakt. Daher wird eine langsame Dosissteigerung empfohlen; diese kann das Auftreten der Nebenwirkungen oder zumindest ihre Intensität verringern. Viele Anwender klagen über Durchfall oder Verstopfung sowie Übelkeit und Erbrechen. Zu den bekannten Nebenwirkungen gehören:

Häufig Gelegentlich
Magen-Darm-Beschwerden Dehydrierung
Schwäche- oder Müdigkeitsgefühl Gallenblasenentzündung
Irritationen an der Injektionsstelle Gallensteine
Schwindel veränderter Geschmackssinn
Schlafstörungen allergische Reaktionen
Unterzuckerung (Hypoglykämie) erhöhter Puls

Gelegentlich kommt es bei der Einnahme von Saxenda zu Herzrasen und allgemeinem Unwohlsein, ebenso wurde eine trockene Haut bei den Patienten beobachtet. Selten treten allergische Reaktionen auf den Wirkstoff auf, ebenfalls ist eine negative Veränderung der Nierenfunktion bis hin zum gefährlichen Nierenversagen möglich.

In den Studien rund um die Anwendung von Saxenda gegen Übergewicht traten teilweise Komplikationen wie Entzündungen von Gallenblase oder Bauchspeicheldrüse auf. Da diese bei einem großen Gewichtsverlust in kurzen Zeiträumen jedoch häufiger vorkommen, ist der Zusammenhang dieser Nebenwirkung mit dem Medikament Saxenda nicht komplett geklärt.

Selten kommt es einer eingeschränkten Nierenfunktion oder gar zu akutem Nierenversagen. Sollten folgende Symptome auftreten, kann dies ein Anzeichen für eine Erkrankung der Nieren sein es es sollte unverzüglich ein Arzt aufgesucht werden:

  • Verminderung der Urinmenge
  • metallischer Geschmack im Mund
  • vermehrte Bildung von blauen Flecken

Wechselwirkungen und Gegenanzeigen von Saxenda

Durch die häufig auftretenden, gastroenterologischen Nebenwirkungen wie Durchfall und Erbrechen kann die Wirksamkeit anderer Medikamente durch Saxenda negativ beeinflusst werden. Wirkstoffe mit einer reduzierten Löslichkeit oder geringen Einnahmebandbreite zwischen Über- und Unterdosierung sind durch die Einnahme möglicherweise ebenfalls beeinträchtigt; dazu zählt etwa Warfarin, ein Blutverdünner. Patienten, welche dieses Medikament einnehmen müssen, sollten zu Beginn der Saxenda-Behandlung die Blutgerinnung in häufigen Intervallen prüfen lassen.

Mit Insulinen darf Liraglutid nicht kombiniert werden, da diesbezüglich keinerlei Studien und keine ausreichenden Erfahrungswerte vorhanden sind. Außerdem muss Saxenda das einzige Medikament zur Gewichtsregulierung bleiben; mit anderen Produkten für diesen Einsatzzweck ist es nicht kombinierbar.

Gleichzeitige Einnahme von Metformin und/oder Glimepirid

Wird der Wirkstoff Liraglutid mit Metformin kombiniert, kommen sehr häufig Kopfschmerzen und häufig eine Appetitverminderung bis hin zur Verweigerung der Nahrungsaufnahme zu den genannten Nebenwirkungen hinzu. Die Kombination von Saxenda mit Glimepirid führt zusätzlich oft zu Schnupfen.

Werden sowohl Metformin als auch Glimepirid zusätzlich zu Saxenda eingenommen, treten sehr häufig Unterzuckerung, Durchfall und Übelkeit auf. Weiterhin kann es zu Zahnschmerzen oder einer Bronchitis kommen.

Gegenanzeigen von Saxenda

Für Kinder unter 18 Jahren sowie für Patienten ab 75 Jahren ist Saxenda nicht zugelassen, bei Schwangeren wird ebenfalls von der Einnahme abgeraten. Besteht eine Überempfindlichkeit gegen Liraglutid oder einen anderen Bestandteil des Medikaments, eine Leberfunktionsstörung oder liegt eine chronisch-entzündliche Erkrankung des Darms vor ist die Behandlung mit Saxenda ausgeschlossen.

Vorsicht bei der Behandlung mit Saxenda ist bei den folgenden Personengruppen geboten:

  • Patienten, die an einer Herzmuskelschwäche leiden
  • Anwender, die einen Sulfonylharnstoff verabreicht bekommen (erhöhtes Risiko für eine Unterzuckerung)
  • Patienten mit Schilddrüsenerkrankungen

Saxenda ist nicht zur Behandlung von Diabetes Typ 2 geeignet. Da der Wirkstoff Liraglutid auch die Insulinproduktion beeinflussen kann, sollten Diabetiker vor Anwendung des Präparats unbedingt mit ihrem Diabetologen sprechen und die Dosis der eingenommenen Antidiabetika gegebenenfalls anpassen lassen, um eine Unterzuckerung zu vermeiden. Wichtig dabei ist, dass Saxenda auf keinen Fall mit anderen injizierten Arzneimitteln oder GLP-1-Rezeptor Antagonisten angewandt werden darf (z.B. Insulin).

Kommt es während der Behandlung mit Saxenda zu einer Bauchspeicheldrüsenentzündung, muss das Medikament sofort abgesetzt werden. Anderenfalls kann sich die Entzündung in nicht vorhersehbarem Maße verschlimmern.

Quellen:

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