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Ursachen

Eine bakterielle Vaginose entsteht, wenn die Scheidenflora aus ihrer natürlichen Balance gerät. Hierdurch kann es zu einer verstärkten Besiedlung mit anaeroben (nicht auf Sauerstoff angewiesenen) Bakterien kommen. Sie ist die häufigste mikrobiologische Störung der Scheidenflora und betrifft rund 20 Prozent aller Frauen im gebärfähigen Alter.

Die natürliche Scheidenflora - Schutzschild gegen pathogene Keime

Zum Zeitpunkt der Geburt ist die Vagina fast steril, wird wie alle anderen äußeren und inneren Körperoberflächen danach jedoch schnell von Bakterien besiedelt. Zunächst handelt es sich dabei primär um die mütterlichen Keime, danach bildet sich in der Scheide zunächst eine untypische Mischflora aus Haut- und Darmbakterien heraus. Die Vaginalflora verändert sich jedoch mit dem Lebensalter und ist bei jeder Frau spezifisch ausgeprägt. Bei gesunden, geschlechtsreifen Frauen können pro Milliliter Scheidensekret zwischen 100 Millionen und einer Milliarde Keime nachgewiesen werden, bei denen es sich überwiegend um verschiedene Spezies von Milchsäure produzierender Bakterien (Milchsäurebakterien, Laktobazillen) handelt.

Sie sind dafür verantwortlich, dass ab dem Zeitpunkt der ersten Regelblutung in der Scheide ein physiologisch saures Milieu mit einem pH-Wert zwischen 3,8 und 4,4 entsteht. Bis zur Geschlechtsreife ist der Scheiden-pH alkalisch (basisch). Der pH-Wert ist ein Maß für den sauren oder basischen Charakter von Flüssigkeiten. Er reicht von 0 (sehr sauer) bis 14 (sehr stark basisch), pH-neutral ist ein Wert von 7. Einige Laktobazillen produzieren nicht nur Milchsäure, sondern auch Wasserstoffperoxid (H2O2), das eine explizit bakterizide Wirkung hat.

Die Milchsäurebakterien und das saure Milieu der Vagina wirken als natürlicher Schutzschild gegen eine Besiedlung durch potentiell krankheitsauslösende Keime. Die Zahl der Milchsäurebakterien wird unter anderem durch den Menstruationszyklus und die zyklusbedingte Konzentration des weiblichen Sexualhormons Östrogen beeinflusst. Während und unmittelbar nach der Menstruation sind der Östrogenspiegel sowie die Zahl der Milchsäurebakterien besonders niedrig. Hierdurch verändert sich auch der pH-Wert in der Scheide, deren Milieu weniger sauer wird.

Ursachen einer bakteriellen Vaginose

Durch diese Veränderungen des Säuregrades und des mikrobiologischen Milieus fällt es anderen Mikroorganismen - Bakterien oder Pilzen - leichter, sich in der Vagina anzusiedeln. Bei einer bakteriellen Vaginose beträgt der pH-Wert der Scheide mindestens 4,5, jedoch sind auch deutlich höhere Werte möglich. Die grundlegenden Ursachen der Erkrankung liegen darin, dass das bakterielle Gleichgewicht der Vagina aus dem Lot geraten ist. Die Zahl der Laktobazillen ist bei einer bakteriellen Vaginose deutlich reduziert, wodurch die Anzahl anderer Keime und ihre Vermehrungschancen wachsen.

Ansiedlung von Gardnerella vaginalis und anaeroben Keimen

Von der Verschiebung des mikrobiologischen vaginalen Gleichgewichts profitiert vor allem die anaerobe Bakterienart Gardnerella vaginalis. In geringer Anzahl kommen diese Bakterien auch in der normalen Vaginalflora vor, für die bakterielle Vaginose gelten sie als sogenannter Leitkeim. Neben Gardnerella vaginalis siedeln sich bei einem gestörten Gleichgewicht der Scheidenflora auch verschiedene andere anaerobe Bakterien an. Hierdurch entsteht eine pathogene Mischflora, die - sofern sich überhaupt symptomatische Anzeichen einer bakteriellen Vaginose bemerkbar machen - die typischen Scheidenausfluss sowie den unangenehm fischigen Geruch des Sekrets bewirken.

Begünstigende Faktoren

Der konkrete Auslöser für eine bakterielle Vaginose wird sich in der Regel nicht ermitteln lassen, oft nimmt die Zahl der Milchsäurebakterien sehr plötzlich ab. Für die Entstehung der Erkrankung gibt es jedoch verschiedene begünstigende Faktoren. Hierzu gehören:

  • Psychosozialer Stress (der von vielen Medizinern als eine der Hauptursachen für mikrobiologische Störungen der Scheidenflora betrachtet wird)
  • Schwangerschaft und Geburt
  • Lang anhaltende Regelblutungen
  • Zu intensive Vaginalhygiene (Intimduschen und -sprays, Scheidenspülungen)
  • Östrogenmangel
  • Antibiotika
  • Operationen im Bereich des Unterbauchs

Bakterielle Vaginose und Geschlechtsverkehr

Geschlechtsverkehr, bzw. die Vorsicht mit der eigenen Sexualgesundheit kann ebenfalls zum Auslöser einer bakteriellen Vaginose werden. Oft tritt sie erstmals nach einem Wechsel des Sexualpartners auf. Allerdings kommt die Erkrankung auch bei Frauen vor, die noch keine sexuellen Kontakte oder noch nie einen männlichen Sexualpartner hatten. Bakterielle Vaginose ist keine Geschlechtskrankheit, sondern kann sehr unterschiedliche Ursachen haben. Für betroffene Frauen und auch ihre Partner ist diese Abgrenzung wichtig - die Annahme, unter einer sexuell übertragbaren Krankheit zu leiden, würde mindestens zusätzlichen Stress erzeugen.

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