Live Chat Telefon
Patientenservice jetzt erreichbar: Mo-Fr 09:00 - 18:30
  • Privater & vertraulicher ServiceDiskrete Verpackung und Zahlung
  • Deutsche Original MedikamenteWie aus Ihrer lokalen Apotheke
  • Transparenter Preisinkl. Rezept, Medikament & Lieferung
  • Schnelle LieferungFür Ihre Bestellung

Behandlung

Behandlung der bakteriellen Vaginose

Das Vorkommen von Gardnerella vaginalis und anderen anaeroben Keimen in der Scheidenflora erfordert nur dann eine Therapie, wenn das Vorliegen einer bakteriellen Vaginose diagnostisch gesichert ist. Hierfür stehen verschiedene Optionen zur Verfügung.

Medikamentös wird eine bakterielle Vaginose vor allem mit den Antibiotika Clindamycin oder Metronidazol behandelt, die oral verabreicht, aber auch als Vaginalzäpfchen oder Vaginaltabletten angewendet werden können. Clindamycin ist zur vaginalen Anwendung auch in Cremeform verfügbar. Diese Medikamente töten die pathogenen Keime ab. Dauer und Intensität der Therapie richtigen sich nach der Stärke des Bakterienbefalls sowie der Regenerationsfähigkeit der Scheidenflora.

Alternative Behandlungsmöglichkeiten

Alternative Behandlungsmöglichkeiten einer bakteriellen Vaginose bestehen in der vaginalen Verabreichung von Laktobazillen, Milchsäure oder Vitamin C (Ascorbinsäure) zum Wiederaufbau des natürlichen Milieus der Vagina, also dem Wiederherstellen des sauren Zustands. Sie werden als Gels, Zäpfchen oder Tabletten in die Scheide eingebracht. Mit ihrer Anwendung ist allerdings ein gewisses Risiko für Allergien verbunden.

Möglich ist auch eine Behandlung mit lebenden Milchsäurebakterien, die sich in der Vagina ansiedeln und damit die Anzahl und Wirkung der pathogenen Keime begrenzen sollen. Sie werden vaginal in Form von Kapseln eingeführt oder oral als sogenannte Probiotika eingenommen. Nach dem Passieren der Darmpassage erreichen letztere auch die Scheide.

Nach heutigen Erkenntnissen ist die Wirksamkeit dieser Behandlungsmethode jedoch begrenzt. Offenbar verfügt jede Frau über eine individuelle Zusammensetzung der Laktobazillen-Stämme in der Vagina. Die fremden Bakterien sind oft bereits nach kurzer Zeit wieder verschwunden. Studien zeigen jedoch, dass vor allem Probiotika mit H2O2 produzierenden Milchsäurebakterien bei der Regeneration einer aus dem Gleichgewicht geratenen Scheidenflora zumindest kurzfristig eine positive Rolle spielen.

Alternative Behandlungsmethoden sind in der Lage, eine Antibiotikatherapie zu unterstützen.

Viele betroffene Frauen versuchen zunächst, die Beschwerden durch eine bakterielle Vaginose durch Haus- und Naturheilmittel wie Joghurt, Essig- oder Zitronenwasser sowie Teebaumöl zu mildern. Als wirkungsvoll erweisen sich diese Mittel in der Regel nicht - aus medizinischer Sicht ist mit ihrer Anwendung vor allem ein Placebo-Effekt verbunden.

Therapie bakterieller Vaginose in der Schwangerschaft

In der Schwangerschaft ist eine wirksame Therapie der bakteriellen Vaginose besonders wichtig. Unbehandelt kann die Erkrankung zu Schwangerschaftskomplikationen bis hin zu Fehl- und Frühgeburten oder einer Neugeborenensepsis - also einer systemischen Infektion des Körpers ("Blutvergiftung") - führen. Eine orale Gabe von Antibiotika ist allerdings erst ab dem Beginn des zweiten Schwangerschaftstrimesters/der 13. Schwangerschaftswoche möglich.

Verschiedene deutsche Studien zu bakterieller Vaginose kommen zum Ergebnis, dass während der Schwangerschaft die vaginale Anwendung von H2O2-aktiven Probiotika einen wirkungsvollen Schutz gegen vaginale Infektionen bietet. Die Überwachung der Scheidenflora schwangerer Frauen hatte demnach sogar eine signifikante Senkung der Frühgeburtsrate zur Folge. Empfehlenswert ist, den vaginalen pH-Wert Schwangerer zwei Mal wöchentlich zu messen. Wenn dieser mehr als 4,5 beträgt oder Beschwerden existieren, wird ein vaginales Probiotikum verabreicht.

Muss der Partner mitbehandelt werden?

Gardnerella vaginalis und andere anaerobe Bakterien kommen auch bei Männern vor, verursachen bei ihnen jedoch keine Beschwerden oder Krankheitszeichen bakterieller Vaginose. Da für das Entstehen einer bakteriellen Vaginose nicht nur der Bakterienbefall an sich, sondern vor allem die Veränderung der Scheidenflora die ursächliche Rolle spielen, wird der Partner bei dieser Erkrankung nicht automatisch mitbehandelt. Um einen sogenannten "Ping-Pong-Effekt" zu vermeiden und die Rückfallhäufigkeit zu senken, kann eine Mitbehandlung des Partners jedoch durchaus sinnvoll sein. Für den Geschlechtsverkehr während der Behandlung einer akuten bakteriellen Vaginose ist die Verwendung von Kondomen zu empfehlen.

Prognose und Verlauf des Leidens

Durch die orale Verabreichung von Antibiotika heilt eine bakterielle Vaginose bei rund 80 Prozent der Patientinnen innerhalb einer Woche aus. Hierdurch wird auch das gesunde Scheidenmilieu wieder hergestellt. Vergleichbare Effekte zeigt auch eine vaginale Antibiose. Allerdings ist die Rückfallquote oft fast genauso hoch. Verantwortlich dafür ist der sogenannte Biofilm aus Gardnerella vaginalis und anderen Keimen an der Scheidenwand, der durch das Antibiotikum nicht oder nicht vollständig beseitigt wurde.

Bei permanenten Rückfällen ist eine Dauermedikation mit Antibiotika wenig sinnvoll und auch deshalb nicht angeraten, um die Entstehung von Resistenzen zu vermeiden. Der Schwerpunkt der Therapie sollte in diesem Fall auf dem Wiederaufbau der Scheidenflora durch mikrobiologische Einflussnahme (Probiotika) sowie einer allgemeinen Stärkung der Immunabwehr liegen.

Unbehandelt besteht ein - außerhalb der Schwangerschaft eher geringes - Risiko, dass sich aus einer bakteriellen Vaginose aufsteigende Entzündungen des Urogenitalbereichs entwickeln.

Arzneimittel auswählen
Medizinischen Fragebogen ausfüllen
Der Arzt stellt Ihr Rezept aus
Apotheke versendet Ihr Medikament