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Was sind Calciumkanalblocker?

Calciumkanalblocker bewähren sich seit vielen Jahren zur Behandlung von kardiovaskulären Krankheiten. Zahlreiche klinische Studien bestätigen die Wirkungsweise der Calciumantagonisten. Durch ihre gefäßerweiternde Wirkung eignen sie sich zur Senkung des Blutdrucks. Aufgrund dessen kann bei einer stabilen Angina pectoris oder bei Bluthochdruck (Hypertonie) die Gabe von Calciumkanalblockern indiziert sein.

Wo werden Calciumkanalblockern angewendet?

Grundsätzlich existieren drei bewährte Indikationen für Calciumkanalblocker. Hierzu gehören einerseits Herzrhythmusstörungen, die gleichzeitig mit einem beschleunigten Herzschlag einhergehen. Mediziner bevorzugen die Gabe von Calciumantagonisten vor allem dann, wenn die kardiovaskulären Störungen seitens der Herzvorhöfe entstehen.

Folgende Wirkstoffe des Verapamil-Typs eignen sich zudem zur Behandlung der koronaren Herzkrankheit als auch bei einer Verdickung der Kammerscheidewand (hypertrophe Cardiomyopathie):

  • Gallopamil
  • Verapamil

Andererseits werden diese Substanzen zur Behandlung als auch Prävention von Angina pectoris (stabil) verabreicht:

  • Amlodipin
  • Nicardipin
  • Nisoldipin

Patienten mit diagnostizierter Hypertonie (Bluthochdruck) nehmen diese Medikamente ebenso ein. Durch eine Blutdrucksenkung dienen Calciumkanalblocker schlussendlich dem Vorbeugen von möglichen Folgeerkrankungen wie Herzinsuffizienz, Nierenschäden oder Schlaganfälle.

Darüber hinaus nutzen Ärzte vereinzelte Wirkstoffe wie beispielsweise Felodipin, Nicardipin und Nifedipin zur Therapie des Raynaud-Syndroms. Diese Indikation ist jedoch bis dato aus medizinischer Sicht noch umstritten. Aufgrund der Studienlage werden Calciumblocker aktuell nicht mehr im Rahmen einer Monotherapie als Einzelsubstanzen verabreicht. So empfehlen Ärzte vorrangig die Kombination von Calciumantagonisten mit weiteren Präparaten. Hierzu zählen vor allem ACE Hemmer, Betablocker und Diuretika (Entwässerungsmittel).

Wie wirken Calciumkanalblockern?

Für die Muskelkontraktion (muskuläre Anspannung) ist beispielsweise Calcium notwendig. Umso stärker die Calciumkonzentration (freies Calcium in Muskelzellen) ist, desto intensiver ist auch die Kontraktion.

Calcium gelangt auf unterschiedlichen Wegen in die Muskelzellen. Beispielsweise ist dies über einen sogenannten Calciumkanal möglich. Durch Calciumkanalblocker blockieren jedoch diesen Kanal. Infolge dessen wird der Calciumeinstrum in die jeweiligen Zellen verhindert. Dadurch sinkt die jeweilige Konzentration an Calcium in der Muskelzelle und die Muskelkontraktion vermindert sich. Calciumkanalblocker wirken vorrangig an den jeweiligen Muskelzellen am Herzen beziehungsweise den Blutgefäßen. Damit erweitern sich die Arterien des gesamten Körpers, aber auch am Herzen. Dies ermöglicht den vielseitigen Einsatz von Calciumkanalblockern.

Aufbau eines Kalziumkanals

Der beschriebene, stark verringerte Calciumeinstrom ermöglicht eine Verringerung der Schlaghäufigkeit als auch -kraft am Herzmuskel. Dadurch erholt sich das Herz und der Sauerstoffbedarf wird folglich verringert. Die verminderte Anspannung der gesamten Gefäßmuskulatur ermöglicht eine Vasodilatation (Erweiterung). Nicht zuletzt weitet sich diese Wirkung auch auf die Herzkranzgefäße aus. Hier lösen Calciumkanalblocker Koronarspasmen (Verkrampfungen). Gleichzeitig verbessert sich die Durchblutung als auch Funktion des Herzmuskels, da die Herzkrankgefäße ihre Blutversorgung allein sicherstellen.

Je nach Art der Calciumkanalblocker sind verschiedene, blutdrucksenkende Wirkungsweisen zu beobachten.

Nifedipin-Typ

Nifedipin wirkt nur sehr kurz. Aus diesem Grund erfolgt die Anwendung bei Hypertonie heutzutage vorrangig in Form von Retardpräparaten. Es handelt sich hierbei um Medikamente mit einer langen Wirkdauer. Alternativ dazu besitzen andere Calciumantagonisten des Nifedipin-Typs eine länger Wirkungsdauer und müssen folglich nur einmal täglich eingenommen werden. Hierzu gehören Lacidipin, Amlodipin und Lercanidipin.

Verapimil-Typ

Cacliumkanalblocker dieses Typs wirken dank eine abgeschwächten und stark verlangsamten Herzschlags. Gleichzeitig verringern diese Präparate die Erregungsleitung direkt am Herzen. Durch diese Wirkungsweise eignen sich Wirkstoffe vom Verapimil-Typ zur Therapie von Herzrhythmusstörungen, die aufgrund eines zu schnellen Herzschlags entstehen.

Diltiazem-Typ

Der alleinige Vertreter dieses Typs ist Diltiazem. Der Vorteil dieses Medikaments besteht darin, dass es alle oben genannten Wirkmechanismen kombiniert. Obwohl Diltiazem ähnliche Eigenschaften besitzt, wie Calciumantagonisten vom Verapamil-Typ, zeichnet es sich durch seine multifunktionale Wirkung aus. Einerseits erweitert Diltiazem die Gefäße, während es jedoch den Herzschlag auch verlangsamt und abschwächt. Nicht zuletzt verringert Diltiazem die Erregungsleitung direkt am Herzen.

Welche Nebenwirkungen treten bei der Einnahme von Calciumkanalblockern auf?

Nachfolgende Nebenwirkungen treten vorrangig während des Therapiebeginns mit Calciumantagonisten ein und lassen danach nach:

  • Kopfschmerzen
  • Knöchelödeme
  • Hitzegefühl und Gesichtsrötung

Zudem kann die Anwendung von Calciumkanalblockern mit folgenden Nebenwirkungen verbunden sein:

  • Bauchschmerzen
  • schneller Herzschlag
  • Müdigkeit
  • Schwindel
  • Übelkeit
  • Verstopfungen

Sehr selten stehen diese Wirkstoffe mit Veränderungen vom Zahnfleisch in Verbindung.

Wechselwirkungen mit anderen Arzneimitteln

Der Abbau von Calciumkanalblockern erfolgt mithilfe des Leberenzyms CYP 3A4. Folglich beeinflussen alle Arzneimittel dieser Gruppe jene Präparate, die ebenso über das Enzym abgebaut werden. Gleichzeitig beeinflussen alle Arzneimittel, die CYP 3A4 hemmen auch die Arzneimittelkonzentration aller Calciumkanalblocker im Blut. Folglich ist die Einnahme von Calciumantagonisten mit Antibiotika, einigen Pilzmitteln als auch Präparaten zur Behandlung von HIV zu vermeiden.

Gleichzeitig ist Vorsicht geboten, wenn weitere blutdrucksenkende Arzneimittel eingenommen werden. Ein Kombination folgender Präparate und Calciumkanalblockern ist ausschließlich in Absprache mit dem behandelnden Arzt möglich:

Zudem wird die Wirkung von blutdrucksenkenden Präparaten durch Calciumkanalblocker deutlich verstärkt. Folglich ist eine individuelle Dosierung aller gleichzeitig einzunehmenden Medikamente notwendig. Einige Calciumkanalblocker beeinträchtigen das Reaktionsvermögen stark. Dies kann negative Auswirkungen auf die Bedienung von Maschinen beziehungsweise Fahrzeugen haben.

Welche Gegenanzeigen liegen für Calciumkanalblockern vor?

Calciumantagonisten sind nicht einzunehmen, wenn einer oder mehrere der nachfolgenden Diagnosen vorliegen:

  • Herzinsuffizienz (Herzschwäche)
  • akute Herzrhythmusstörungen (Störung des Reiz-Leitungssystem vom Herzen)
  • instabile Angina pectoris (erste Anzeichen eines möglichen Herzinfarktes)
  • starke Durchblutungsstörungen des Herzens
  • akute Leberfunktionsstörungen
  • Verengungen der Aortenklappe (hochgradig)
  • Schwangerschaft
  • Stillzeit

Zudem sollten Patienten, die einen Herzinfarkt hatten, auf die Einnahme von Calciumantagonisten verzichten. Nicht zuletzt spielt auch das Alter der Patienten eine wichtige Rolle, denn so eignet sich Amlodipin beispielsweise nicht zur Behandlung von Kindern und Jugendlichen.

Quellen:
  1. Kalziumantagonisten. Deutsches Herzzentrum München. URL: dhm.mhn.de
  2. Kalziumantagonisten bei Hypertonie und koronarer Herzkrankheit. Herzzentrum Marburg im Fachbereich Medizin der Philipps-Universität Marburg. DHL. URL: herz.online.uni-marburg.de
  3. Auf einen Blick: Arterielle Hypertonie. Arzneimittelkomission der deutschen Ärzteschaft. URL: akdae.de
  4. Bluthochdruck: Therapie Wort & Bild Verlag. URL: apotheken-umschau.de

Veröffentlicht am 28.09.2016

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